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European Space and Sounding Rocket Range
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top
67.89388888888921.106944444444coordinatesKoordinaten: 67° 53âČ 38âł N, 21° 6âČ 25âł O
Die European Space and Sounding Rocket Range (kurz Esrange) ist ein Startplatz fĂŒr Ballons, Höhenforschungsraketen und orbitale TrĂ€gerraketen in der NĂ€he von Kiruna in Schweden. Die Esrange ist zudem eine Erdfunkstelle fĂŒr Satelliten, eine wissenschaftliche Beobachtungsstation und ein TestgelĂ€nde fĂŒr Flugkörper. Die Esrange wurde als eine zivile Einrichtung 1964 gegrĂŒndet und wird seit 1972 von der Swedish Space Corporation (SSC) betrieben. Raketen- und Ballonstarts werden vom Esrange AndĂžya Special Project (EASP) der ESA koordiniert. Die Esrange ist neben dem RaketenversuchsgelĂ€nde Vidsel Teil des VersuchsgelĂ€ndes Vidsel.
Auf dem GelÀnde der Esrange werden hauptsÀchlich Nutzlasten von Weltraumbehörden und wissenschaftlichen Einrichtungen gestartet und Forschung betrieben. Dabei sind neben der ESA etwa auch die NASA, das DLR, das CNES und die Swedish National Space Agency an Starts und Versuchen beteiligt. Zunehmend finden auch kommerzielle AktivitÀten von privaten Unternehmen statt, darunter Triebwerktests und Satellitenkommunikation.
Contents
âą Lage
âą Infrastruktur
âą Geschichte
âą Standort Kiruna
âą Ballonstarts
âą Entwicklung
âą Ballonfeld
âą Nutzlasten
âą NASA-Kampagnen
âą CNES-Kampagnen
âą Galerie
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Lage
Die Esrange liegt in der schwedischen Provinz Norrbottens lĂ€n bei etwa 68° Nördlicher Breite und damit innerhalb des Polarkreises. Diese geographische Position erlaubt die Beobachtung von PhĂ€nomenen wie dem Polarlicht und leuchtenden Nachtwolken. Insgesamt ist das GelĂ€nde circa 140 km lang und 80 km breit. Das GrundstĂŒck wurde aufgrund seiner Lage in dĂŒnn besiedeltem Gebiet ausgewĂ€hlt.cite-ref-5-1-0[1] Raketenstarts können ĂŒber Land durchgefĂŒhrt werden. Dies ist bei suborbitalen FlĂŒgen mit Experimenten in der Schwerelosigkeit von Vorteil, da Proben nach einem Flug so schnell wieder gesammelt werden können. Bei BallonflĂŒgen können sich die Landezonen bis nach Norwegen, Finnland und Russland erstrecken. Die nĂ€chste Stadt ist Kiruna, die an das Verkehrsnetz angebunden ist. Die Temperaturen können im Winter bis auf â48 °C fallen. Die Esrange liegt in SĂĄpmi, dem Siedlungsgebiet der indigenen Samen. Sie umfasst WeideflĂ€chen nomadischer Rentier-Hirten. Bevorstehende Raketenstarts werden per Helikopter durchgesagt, auf dem GelĂ€nde wurden SchutzrĂ€ume eingerichtet.cite-ref-2[2]
Infrastruktur
SĂŒdlich des HauptgebĂ€udes liegt das Ballonfeld mit der dazugehörigen Infrastruktur.cite-ref-4-4-1[4]
Einen Kilometer östlich des HauptgebĂ€udes befindet sich der Startkomplex fĂŒr suborbitale FlĂŒge. Er ist um den sogenannten Skylark-Startturm organisiert. Der Startturm hatte in seiner ursprĂŒnglichen Struktur eine Höhe von 30 Metern und besaĂ ein Kegel-förmiges Dach, das durch Metall-FachwerktrĂ€ger getragen wurde. Raketen wurden im GebĂ€ude aufgerichtet und verlieĂen es beim Start durch die Spitze des Kegels.cite-ref-6[6]
Seit 2023 ist das dritte Startfeld mit den drei Startrampen LC-3A, LC-3B und LC-3C betriebsbereit. Eine dieser Rampen ist fĂŒr suborbitale FlĂŒge und fĂŒr orbitale Raketen, die nur geringe Nutzlasten in den Weltraum befördern vorgesehen. Ein weiterer Startplatz soll gröĂeren Raketen mit NutzlastkapazitĂ€ten von ĂŒber einer Tonne in sonnensynchrone Umlaufbahnen vorbehalten sein, wĂ€hrend die letzte Rampe fĂŒr Tests von wiederverwendbaren Raketen genutzt werden soll. Die Startrampen werden durch einen Hangar fĂŒr den Zusammenbau von Raketen und Nutzlasten und weiterer Versorgungsinfrastruktur ergĂ€nzt.cite-ref-0-7-0[7]
Auf dem sogenannten âRadar Hillâ (englisch âRadarhĂŒgelâ) 1,5 km sĂŒdwestlich des HauptgebĂ€udes ist der Standort der Erdfunkstelle fĂŒr Satelliten und einer GPS-Referenzstation.cite-ref-4-4-2[4] Die Esrange ist einer gĂŒnstigen Lage fĂŒr den Kontakt zu Objekten in Polarbahnen. Die Esrange Space Center Satellite Station besitzt sechs unabhĂ€ngige âTelemetry, Tracking and Commandâ (TT&C) Antennensysteme, die in den FrequenzbĂ€ndern S und X empfangen. Die Daten werden in einem Kontrollzentrum verarbeitet. Die Funkstelle ist durchgĂ€ngig besetzt.cite-ref-8[8] Die Esrange arbeitet mit der kanadischen Funkstelle Inuvik zusammen, um hĂ€ufigeren und lĂ€ngeren Kontakt zu Satelliten zu ermöglichen und so gröĂere Datenmengen zu ĂŒbertragen.cite-ref-9[9]
Eine wissenschaftliche Beobachtungsstation, das Kiruna Esrange Optical Platform System (KEOPS), befindet sich 3 km sĂŒdwestlich des HauptgebĂ€udes auf einem HĂŒgel.cite-ref-4-4-3[4]
AuĂerhalb des Sicherheitsbereichs liegt ein öffentlich zugĂ€ngliches Besucherzentrum.cite-ref-10[10]
Die Antennenstation Kiruna des ESA-Funknetzwerks ESTRACK ist nur wenige Kilometer von der Esrange entfernt, jedoch nicht Teil der Einrichtung.cite-ref-11[11]
Geschichte
Standort Kiruna
Im Juli 1957 wurde das geophysikalische Observatorium Kiruna (heute: Institutet för rymdfysik, schwedisch: âInstitut fĂŒr Weltraumphysikâ) gegrĂŒndet. Die Einrichtung untersuchte die AtmosphĂ€re und maĂ dabei das Erdmagnetfeld und kosmische Strahlung. Der Lage ermöglichte die Forschung an Nachtleuchtenden Wolken und Polarlichtern. Im Zug dieser Arbeiten wuchs das wissenschaftliche Interesse daran, Höhenforschungsraketen nördlich des Polarkreises zu starten. Bengt Hultqvist, der Leiter des Observatoriums erkannte Potenzial eines Startplatzes fĂŒr seine Einrichtung, aber auch die Region insgesamt. WĂ€hrend der Verhandlungen der Bedingungen einer Aufnahme Schwedens in die European Space Research Organisation (ESRO), der VorlĂ€uferorganisation der ESA, brachte das Land einen möglichen Raketen-Startplatz in Kiruna ins GesprĂ€ch.cite-ref-5-1-1[1]
FĂŒr den Standort sprachen neben dem bestehenden Observatorium, dass Kiruna gut an das Verkehrsnetz angebunden war, allerdings nur wenig touristische AktivitĂ€t aufwies. Zudem gehörte das ausgewĂ€hlte Land der schwedischen Krone, so dass es nicht gekauft werden musste. Die ESRO und Schweden verhandelten darĂŒber, bis auf welche Höhe die Raketen steigen dĂŒrften, da mit zunehmender Flughöhe die GröĂe des erforderlichen GrundstĂŒcks stieg. Schweden wollte die Höhe ursprĂŒnglich auf 150 km beschrĂ€nken, was die ESRO zu niedrig befand. SchlieĂlich einigte man sich auf eine maximale Flughöhe von 300 km. Nachdem die Sicherheitsaspekte geklĂ€rt waren, bestĂ€tigte der ESRO Rat 1964 die GrĂŒndung der Esrange. Die ESRO strebte an, dass die Esrange 50 Jahre lang als internationaler Raketenstartplatz genutzt werden könne. Dabei wĂ€re den MitgliedslĂ€nder die Benutzung der Einrichtung im Rahmen der ESRO-Programme frei gestanden. Schweden erwirkte jedoch, dass nach acht Jahren erneut ĂŒber den Status der Esrange verhandelt wurde, da das Land verhindern wollte, dass es alleine verantwortlich fĂŒr die Wartung und Instandhaltung des Startplatzes wĂ€re, wĂ€hrend andere Nationen diesen nutzten.cite-ref-5-1-2[1]
Schweden bemĂŒhte sich, alle AktivitĂ€ten in der Esrange transparent zu kommunizieren, da die Sowjetunion Sorge geĂ€uĂert hatte, das GelĂ€nde könnte militĂ€risch genutzt werden.cite-ref-5-1-3[1]
Entwicklung der Esrange
Der Startplatz wurde von 1964 bis 1966 von der ESRO errichtet. Der erste Raketenstart fand am 19. November 1966 statt, eine Centaure-1-Rakete beförderte belgische Nutzlasten. Zwischen 1966 und 1972 fanden 152 Starts von Höhenforschungsraketen statt, davon waren 72 unter der Leitung der ESRO und 80 in nationalen Programmen. Die meisten Raketen waren vom Typ Centaure, Nike Apache und Skua und erreichten Flughöhen zwischen 100 und 220 km.cite-ref-5-1-4[1]
Zu Beginn der 1970er Jahre beschloss die ESRO die Starts von Höhenforschungsraketen einzustellen, wĂ€hrend man sich auf die GrĂŒndung und Erweiterung der ESA vorbereitete. Schweden hatte sich fĂŒr eine Fortsetzung der Raketenstarts eingesetzt, die Routine geworden waren. Einzelne LĂ€nder benötigten weiterhin einen Startplatz fĂŒr Raketen und Ballons, so dass von acht ESRO-Mitgliedern 1971 das Esrange Special Project ins Leben gerufen wurde, das die nationalen Starts koordinieren sollte. MitgliedslĂ€nder waren Belgien, Deutschland, Frankreich, die Niederlande, Norwegen, Schweden, die Schweiz und das Vereinigte Königreich. Neben der Esrange wurde der RaketentestgelĂ€nde AndĂžya als weiterer Startplatz in die Vereinbarung einbezogen. Der Verbund besteht bis heute, allerdings haben ihn Belgien 1977 und die Niederlande und das Vereinigte Königreich 1980 verlassen. Das heutige Esrange AndĂžya Special Project ist mittlerweile Teil der ESA und steuert und finanziert die Raketen- und Ballonstarts.cite-ref-5-1-5[1]
Am 1. Juli 1972 ĂŒbernahm die neugegrĂŒndete Swedish Space Corporation (damals âRymdbolagetâ) von der ESRO die Verwaltung und den Besitz des GelĂ€ndes. Die SSC ist vollstĂ€ndig in staatlichem Besitz, der vom schwedischen Ministerium fĂŒr Unternehmen und Innovation verwaltet wird.cite-ref-12[12] Daneben grĂŒndete Schweden die nationale Raumfahrtbehörde Rymdstyrelsen.cite-ref-5-1-6[1]
Die ersten Ballonstarts begannen 1974.cite-ref-13[13] Seit 1977 werden von der Esrange Starts von suborbitalen FlĂŒgen im Rahmen des TEXUS-Programms durchgefĂŒhrt.cite-ref-1-14-0[14] 1978 wurde die erste Antenne der Erdfunkstelle errichtet, um mit Satelliten in Polarbahnen zu kommunizieren. In den 1980ern und 1990ern wurden weitere Antennen ergĂ€nzt, 1991 wurde die erste Antenne eines Kunden auf dem GelĂ€nde der Esrange eingeweiht. Seitdem haben mehrere europĂ€ische und asiatische Unternehmen auf der Esrange Antennen aufgebaut, sodass im Juli 2024 insgesamt mehr als 25 Satellitenantennen bestanden.cite-ref-4-4-4[4]
Reparaturarbeiten und Erweiterung
Im August 2021 verursachte ein Unfall bei einem Test eines Raketenmotors ein Feuer. Der Motor löste sich aus seiner Testhalterung. Das Feuer beschĂ€digte den Skylark-Startturm und mehrere GebĂ€ude im Umkreis. Es wurde niemand verletzt, Raketenstarts mussten aufgrund der SchĂ€den an der Infrastruktur jedoch in der Folge ausgesetzt werden.cite-ref-15[15] Der erste Flug vom reparierten Startturm erfolgte nach einer Pause von ĂŒber zwei Jahren im Dezember 2023.cite-ref-16[16] Im Zuge der Instandsetzung wurden die technischen Möglichkeiten des Skylark-Startkomplexes verbessert, es wurde zudem ein neues MultifunktionsgebĂ€ude errichtet.cite-ref-17[17]
Am 13. Januar 2023 wurde an der Esrange ein neuer Komplex eingeweiht, der unter anderem orbitalen FlĂŒgen gewidmet ist. Drei Startrampen, ein Hangar zum Zusammenbau der Raketenteile sowie Versorgungsinfrastruktur ermöglichen Starts von kleinen TrĂ€gerraketen und Flugtests. Die Esrange wurde damit zum ersten betriebsbereiten Weltraumbahnhof auf dem europĂ€ischen Kontinent.cite-ref-0-7-1[7] Das US-Raumfahrtunternehmen Firefly Aerospace möchte spĂ€testens ab 2027 seine Rakete Alpha von der Esrange starten.cite-ref-18[18]
Tests kommerzieller Triebwerke
Seit 2018 ist das GelĂ€nde der Esrange fĂŒr TestaktivitĂ€ten geöffnet.cite-ref-4-4-5[4]
Das Unternehmen Isar Aerospace begann 2020 mit dem Aufbau eines Teststands in der Esrange. Seit 2021 wird der Raketenmotor Aquila vor Ort getestet, der die Rakete Spectrum antreibt. Die Motoren werden in Deutschland entwickelt, produziert und zusammengesetzt und dann in der Esrange getestet. Akzeptierungstests der Motoren, die auf dem Erstflug der Spectrum verwendet wurden, fanden Anfang 2024 auf dem Teststand statt.cite-ref-2-19-0[19]
Die Rocket Factory Augsburg fĂŒhrte im Juni 2023 einen Qualifizierungstest des Triebwerks Helix, das die Zweitstufe der in Entwicklung befindlichen Rakete RFA One antreiben soll, in der Esrange durch. Das Unternehmen testete eine vollstĂ€ndige ZĂŒndungssequenz von ĂŒber 300 Sekunden, was den Anforderungen eines Fluges entsprechen sollte.cite-ref-20[20]
Beide Unternehmen haben jedoch die Absicht, Raketenstarts von anderen Weltraumbahnhöfen durchzufĂŒhren, Isar Aerospace startete die Rakete Spectrum auf dem Erstflug vom AndĂžya Spaceport in Norwegen.cite-ref-21[21]cite-ref-2-19-1[19]
Ballonstarts
Entwicklung
Von einem dedizierten Startfeld werden seit der GrĂŒndung der Esrange Ballone gestartet. Ab 1974 begannen systematische Startkampagnen mit dem Flug âSAMBO 1â der französischen Raumfahrt CNES und der russischen Behörde IZMIRAN. Der Flug sollte das Frequenzspektrum der Röntgenstrahlung von Polarlichtern in der StrosphĂ€re messen. UrsprĂŒnglich war das Ballonfeld eine asphaltierte FlĂ€che mit einer LĂ€nge von 400 m und einer Breite von 250 m sĂŒdlich des HauptgebĂ€udes. 2004 wurde es vergröĂert, die Erweiterung steht im Zusammenhang mit einer Vereinbarung mit der amerikanischen Weltraumbehörde NASA, die ab 2005 von der Esrange Höhenballons auf transatlantische FlĂŒge startete.cite-ref-3-22-0[22]
Ballonfeld
Das vergröĂerte Feld besitzt eine FlĂ€che von 250.000 mÂČ. Dadurch können auf sechs Startbahnen mit jeweils circa 200 Metern Ballone in verschiedene Richtungen gestartet werden, wodurch auf saisonale Windrichtungen eingegangen werden kann. Der Wind blĂ€st im Sommer in gröĂeren Höhen nach Westen.cite-ref-23[23] Das Feld ist mit Kies bedeckt und besitzt in der Mitte einen Leitungsschacht zur Versorgung mit Strom, Erdungen, Lautsprechern und einer Telefonverbindung. Der mobile Kran âHerculesâ wurde ebenfalls 2004 eingefĂŒhrt und kann Nutzlasten mit einem Gewicht von ĂŒber 2.500 kg befördern, wodurch die Ballone ein maximales Volumen von 1.000.000 mÂł erreichen können. Neben den drei ursprĂŒnglichen VersorgungsgebĂ€uden mit BĂŒros, LagerflĂ€chen und WerkstĂ€tten, eröffnete die SSC aufgrund von erhöhtem Bedarf 2011 ein zusĂ€tzliches NutzlastgebĂ€ude. Die Kommunikation mit den Ballons wird ĂŒber die Funksender EBASS und E-Link hergestellt, die Telemetrie an die Esrange schicken.cite-ref-3-22-1[22]
Eine AuĂenstelle des Ballonfelds der Esrange findet sich am Flughafen Kiruna. Sie trĂ€gt den Namen âArena Arcticaâ.cite-ref-3-22-2[22]
Nutzlasten
Bis Juli 2024 fanden ĂŒber 680 Ballonstarts statt.cite-ref-24[24] Zu den Kunden gehörten verschiedene Weltraumagenturen und Forschungseinrichtungen. Nutzlasten waren unter anderem das Infrarotteleskop Blast, das 2003 und 2005 von der Esrange startete.cite-ref-25[25] Die ESA fĂŒhrte bis 2021 mehrere sogenannte âHigh Altitude Drop Testsâ (englisch âFallversuche aus groĂer Höheâ) des Fallschirms des Marslandmission Exomars Rosalind Franklin von der Esrange aus durch.cite-ref-26[26]
NASA-Kampagnen
Die NASA-Ballon-Kampagnen werden von der Wallops Island Flight Facility koordiniert, sie hat fĂŒr Ballonmissionen die Columbia Scientific Balloon Facility (CSBF) in Palestine, Texas eingerichtet.cite-ref-27[27] Dort werden die Nutzlasten zusammengebaut, bevor sie nach Esrange verschifft werden. Interessierte Institutionen bewerben sich bei der CSBF um MissionsplĂ€tze, ĂŒblicherweise mehr als ein Jahr vor dem Flug.cite-ref-28[28] Die Flugkampagnen finden von Mitte Mai bis Mitte Juli statt, die Nutzlasten werden ab MĂ€rz verschickt. Die Flughöhen liegen normalerweise im Bereich von 115.000 bis 130.000 FuĂ, die FlĂŒge nach Kanada oder Alaska dauern bei Geschwindigkeiten zwischen 10 und 30 kn zwischen 5 und 10 Tage, wenn Russland eine Ăberflugsgenehmigung erteilt kann auch lĂ€nger geflogen werden. Die NASA verwendet die Ballontypen Zero Pressure und Super Pressure, die Nutzlasten bis etwa 2.700 kg bzw. 900 kg befördern können.cite-ref-29[29]
Sunrise
2009 und 2013 startete das Max-Planck-Institut fĂŒr Sonnensystemforschung zusammen mit weiteren Forschungspartnern einen Heliumballon von der Esrange, der das Sonnenteleskop Sunrise in die StratosphĂ€re trug, um von dort aus die Sonne zu beobachten.cite-ref-30[30] Sunrise III als drittes Sonnenobservatorium sollte mit Start am 10. Juli 2022 wĂ€hrend eines mehrtĂ€gigen Fluges Messdaten von der Sonne aufnehmen, um Prozesse in der ChromosphĂ€re genauer als je zuvor sichtbar zu machen. UnregelmĂ€Ăigkeiten wĂ€hrend des Fluges machten nach wenigen Stunden ein vorzeitiges Beenden der Mission und eine RĂŒckholung des Observatoriums notwendig.cite-ref-31[31]cite-ref-32[32] Die Mission wurde 2024 erfolgreich wiederholt.cite-ref-33[33]
60 MCF Balloon â Booms
Im Juli 2024 wurde der Ballon 60 MCF zur Qualifizierung von der Esrange gestartet. Der Name bezieht sich auf das Volumen von 60 Millionen KubikfuĂ (1,7 Millionen Kubikmeter). Dies war zu diesem Zeitpunkt der gröĂte je gestartete StratosphĂ€renballon weltweit. Durch das groĂe Volumen erreichte der Ballon mit 150,000 FuĂ (45,7 Kilometer) eine gröĂere Höhen als andere NASA-Ballons, und flog so am oberen Ende der AtmosphĂ€re, wodurch die Instrumente mehr Strahlung messen können. Die Nutzlast auf dem Erstflug des 60-MCF-Ballons war das Röntgenteleskop Booms (Balloon Observation of Microburst Scales). Das Teleskop misst Röntgenstrahlung von Elektronenstrahlungspitzen, die sich nahe der Pole in groĂer Höhe ereignen.cite-ref-34[34]
CNES-Kampagnen
Die französische Weltraumbehörde fĂŒhrt seit 1974 BallonflĂŒge von der Esrange aus durch. Im Jahr 2024 startete die Behörde drei BallonflĂŒge vom Ballonfeld, darunter den ersten transatlantischen Flug Transat, der in Kanada landete.cite-ref-35[35]
Studentische FlĂŒge
BEXUS
â
Hauptartikel
:
BEXUS
BEXUS (Balloon Experiments for University Students) ist ein 2007 gegrĂŒndetes Studentenprogramm fĂŒr Ballonexperimente von UniversitĂ€tsstudenten, das vom DLR und der schwedischen Raumfahrtbehörde geleitet wird. BEXUS ist dabei einer der beiden Programmschwerpunkte des REXUS/BEXUS Programms. JĂ€hrlich sollen im Herbst zwei Ballone starten. Studenten europĂ€ischer Hochschulen können Bewerbungen einreichen, um Nutzlasten mit den BallonflĂŒgen zu starten.cite-ref-36[36] Auf den FlĂŒgen Bexus 32 und 33 waren beispielsweise die Technische UniversitĂ€t Madrid, die Technische UniversitĂ€t MĂŒnchen, die UniversitĂ€t La Sapienza aus Rom, Technische UniversitĂ€t LuleĂ„, die Technische UniversitĂ€t Dresden und die UniversitĂ€t Porto mit Experimenten vertreten.cite-ref-37[37]
Startplatz suborbitaler FlĂŒge
ForschungsflĂŒge staatlicher Einrichtungen
TEXUS
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Hauptartikel
:
TEXUS
Das Deutsche Zentrum fĂŒr Luft- und Raumfahrt (DLR) startet mit TEXUS seit 1977 suborbitale FlĂŒge von der Esrange, dabei ist die ESA ein Partner, technische UnterstĂŒtzung kommt vom Raumfahrtunternehmen Airbus. FĂŒr die TestflĂŒge wurden zunĂ€chst britische Skylark-Raketen benutzt. Nachdem diese nicht mehr hergestellt werden, verwendet man brasilianische VSB-30. FederfĂŒhrend ist dabei die DLR-Abteilung MORABA.cite-ref-1-14-1[14] Zu den in der Esrange durchgefĂŒhrten Experimenten gehören Versuche zur Untersuchung von Materialien und Pflanzenwachstum in der Schwerelosigkeit.cite-ref-38[38]
REXUS
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Hauptartikel
:
REXUS
Seit 1995 werden suborbitale FlĂŒge im Rahmen des REXUS-Programms durchgefĂŒhrt, zunĂ€chst als Programm der Schwedischen Weltraumbehörde und ab 2007 in Kooperation mit MORABA. REXUS-FlĂŒge sollen Studierende mit dem Ablauf einer Raketenstartkampagne vertraut machen und die Möglichkeit eigener Experimente bieten. REXUS verwendet eine eigene Rakete mit ca. 6 Metern LĂ€nge und erreicht Höhen von bis zu 93 Kilometern.cite-ref-39[39]cite-ref-40[40]
MAXUS
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Hauptartikel
:
Maxus (Raumfahrtprogramm)
Das MAXUS-Programm wird durch die ESA finanziert. Die Raumfahrtbehörde tritt dabei als Kundin auf, der Start und die Produktion der Raketen wird durch ein Joint Venture der Swedish Space Corporation und Airbus Defence and Space (ehemals EADS Astrium) verantwortet. Als Nutzlasten werden Experimente und Technologieerprobungen gestartet. Die Maxus-Rakete ist fĂŒr eine suborbitale Rakete besonders groĂ, sie hat je nach Konfiguration ein Startgewicht von bis zu 12 Tonnen, misst bis zu 17 Meter und kann etwa 800 Kilogramm Nutzlast auf eine maximale Höhe von 750 Kilometer bringen. Neben Versuchen in der Schwerelosigkeit werden Technologien wie etwa Wiedereintrittskapseln getestet. Es werden 12 Minuten in der Schwerelosigkeit ermöglicht. Angetrieben wird die Rakete vom Feststoff-Triebwerk Castor IVB. Das Programm wurde 1990 begonnen, bis 2017 wurden zehn Starts durchgefĂŒhrt.cite-ref-41[41]cite-ref-42[42]
MAPHEUS
Das DLR startet seit 2009 suborbitale FlĂŒge des MAPHEUS-Programms. Das Programm ist eine Zusammenarbeit der DLR-Abteilungen MORABA, dem Institut fĂŒr Materialphysik im Weltraum und dem Institut fĂŒr Luft- und Raumfahrtmedizin. Es findet jĂ€hrlich in etwa ein Flug der Höhenforschungsrakete MAPHEUS statt. Die FlĂŒge sollen circa sechs Minuten Schwerelosigkeit ermöglichen.cite-ref-43[43] Im Februar 2024 fand dabei mit MAPHEUS 14 der erste regulĂ€re Flug des neuentwickelten Triebwerks Red Kite statt, das vom DLR mit Bayern Chemie entwickelt wurde. Die Oberstufe wurde dabei vom ursprĂŒnglich militĂ€rischen Raketenmotor Improved Malemute angetrieben. Die vollstĂ€ndige Rakete hatte eine LĂ€nge von 12,5 Metern, wobei 5,4 Meter fĂŒr Nutzlasten zur VerfĂŒgung standen. 14 Nutzlasten mit einem Gesamtgewicht von 442,8 kg wurden auf eine Höhe von 265 Kilometer geflogen. Red Kite wurde zum Teil ebenfalls in der Esrange getestet.cite-ref-44[44]
MAIUS
Eine Reihe deutscher Hochschulen, darunter die Leibniz UniversitĂ€t Hannover, fĂŒhren mit der Startserie MAIUS Experimente mit einem Bose-Einstein-Kondensat in der Schwerelosigkeit durch, MORABA leitet dabei die Startkampagne.cite-ref-45[45] Bislang fanden zwei Starts statt. MAIUS 2 war der erste Flug vom ertĂŒchtigten Skylark-Startturm und verwendete eine VSB-30-Rakete.cite-ref-46[46]
FlĂŒge von Unternehmen
Im Jahr 2007 erklĂ€rten das amerikanische Unternehmen Virgin Galactic und schwedische Regierung die Absicht, den Startplatz fĂŒr suborbitale RaumflĂŒge zu nutzen.cite-ref-47[47]
Das niederlĂ€ndische Unternehmen T-Minus startete im Februar 2024 eine suborbitale DART-Rakete von der Startrampe LC-3C. Der Start endete mit einem Fehlschlag: Nach der Trennung der ersten Stufe sorgte eine Anomalie fĂŒr eine verfrĂŒhten Auswurf der Nutzlast. Das Unternehmen brachte den Fehlschlag mit niedrigen Temperaturen von â35 °C in Verbindung. Ein weiterer Start wurde daraufhin abgesagt.cite-ref-48[48]
Das Konsortium ArianeGroup gab an, zusammen mit der ESA auf der Esrange TestflĂŒge und -landungen (âHop Testsâ) der wiederverwendbaren experimentellen Raketenstufe Themis durchfĂŒhren zu wollen. Im Mai 2024 gab die SSC bekannt, dass die ersten TestflĂŒge nicht vor 2025 starten wĂŒrden.cite-ref-49[49]
Startplatz orbitaler FlĂŒge
Der orbitale Startkomplex wurde im Januar 2023 eingeweiht. Er besitzt drei Startrampen (LC-3A, LC-3B und LC-3C), einen Hangar zum Zusammenbau der Raketen und weitere Versorgungsinfrastruktur. Zwei dieser Startrampen sollen orbitale Starts von kleinen TrĂ€gerraketen ermöglichen.cite-ref-0-7-2[7] FĂŒr Anfang 2024 wurde ein erster Satellitenstart in Aussicht gestellt.cite-ref-50[50] Es wurde allerdings bei der Einweihung nicht offenbar, welches Unternehmen diesen Start durchfĂŒhren wĂŒrde; entsprechende AnkĂŒndigungen gab es zuvor nicht.
Der erste veröffentlichte Kunde fĂŒr einen orbitalen Start wurde das sĂŒdkoreanische Startup Perigee. Das Unternehmen möchte seine TrĂ€gerrakete Blue Whale 1 ab 2025 von der Esrange starten,[veraltet] allerdings erst nach einem Jungfernflug von einem koreanischen Startplatz.cite-ref-51[51] Das amerikanische Unternehmen Firefly gab im Juni 2024 bekannt, seine TrĂ€gerrakete Alpha von der Startrampe LC-3C starten zu wollen. Als erster Starttermin wurde das Jahr 2026 genannt. Zum Zeitpunkt der Bekanntgabe hatten die Arbeiten an der Startrampe bereits begonnen.cite-ref-52[52]
Galerie
Literatur
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Weblinks
Commons
: Esrange
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
âą ESA: Esrange and ESA (englisch)
âą Esrange in der Encyclopedia Astronautica (englisch)
âą Startliste der Ballonstarts ab 1974 auf StratoCat (englisch)
Einzelnachweise
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